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Kunstfuhrer

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Der Geheime Baurat Alfred Wanckel, Baudirektor des herzoglichen Ministeriums von Sachsen-Altenburg, fertigte nach einer gründlichen Besichtigung ein Baugutachten an, in welchem er auf gefährliche Mängel hinwies, die neben den Blitzschäden auch Reparaturen im Kirchenschiff unumgänglich machten und, dass aus Sicherheitsgründen etwa 50 Sitzplätze entfallen würden. Der Preis für alle geforderten Reparaturen lag bei ca. 30000 Mark. Der Kirchenvorstand diskutierte, ob die Schäden ausgebessert und Kirchturm und Vorhalle neu gebaut werden sollten, oder ob eine völlig neue Kirche möglichst an gleicher Stelle sinnvoll wäre. Im Dezember 1905 fand in Gegenwart Wanckels eine Kirchenvorstandssitzung statt, auf der einstimmig der Neubau mit der Bedingung beschlossen wurde, dass die Kirchenbehörde die geforderten Reparaturen anerkennt, damit zu den Neubaukosten eine entsprechende Beihilfe aus Staatshilfe beantragt werden konnte. Die gesamte Bauleitung wurde schließlich Baurat Wanckel übertragen, der seine Planentwürfe öffentlich in der Kirchenvorhalle ausstellte. Der von ihm ausgearbeitete Kostenvoranschlag von 65000 Mark enthielt nicht nur die Bausumme einschließlich der gesamten Innenausstattung, sondern bot auch Gewähr, dass die veranschlagte Bausumme bei unvorhergesehenen Aufwänden nicht überschritten würde. Zur Deckung der Baukosten wurde bei der herzoglichen Landesbank in Altenburg ein Darlehen aufgenommen. Am 1. Juli 1906 fand der letzte Gottesdienst im alten Gotteshaus statt. Nachdem am darauffolgenden Tag alle drei Glocken noch einmal erklungen waren, begannen die Abbrucharbeiten durch die Maurermeister Hermann Pfnister aus Gröba und Gustav Hüfner aus Wintersdorf, die auch die Erd- und Maurerarbeiten für den Neubau ausführten. Bei den Abbrucharbeiten stellte man mit Entsetzen fest, wie defekt das Gebälk war. So war einer der kreuzweise ineinandergefügten Hauptbalken, die das Turmdach trugen, an der auf der Glockenstube ruhenden Stelle vollständig durchgefault.Grabfunde beim Abbruch der alten KircheBei den Abbrucharbeiten wurden in der Kirche mehrere Gräber aufgefunden. In dem 1636 errichteten Kirchenanbau entdeckte man fünf Gräber: links vom Eingang das Grab des Christoph von Trauschwitz, gestorben am 9. Mai 1675, und davor, die Breite der Kirche einnehmend, die Gräber seiner vier Frauen. Auch unter dem Altarplatz befand sich ein Grab. Durch die Eintragung im Kirchenbuch fand man heraus, dass es das Grab des Junkers Christoph von Trauschwitz war, der jüngste Sohn des vorgenannten Christoph von Trauschwitz, gestorben am 19. Januar 1670. Die wenigen Überreste wurden auf der südlichen Seite des Kirchhofs beigesetzt. In den Akten sind für den alten Kircheninnenbereich, der von den Mauern der neuen Kirche umschlossen wird, weitere Grablegungen vermerkt. Da aber genauere Angaben zur Lage fehlen, konnten sie nicht ermittelt werden. Die etwa in der Mitte der nördlichen Längsseite unter einer dünnen Erdschicht entdeckte größere Anzahl Gebeine fanden zwischen der neuen Sakristei und der südlichen Kirchhofmauer eine neue Ruhestätte.

Pfarrer Christian Hempel

Blick in die alte Kirche

Die alte Kirche nach dem Blitz- einschlag 1905



Lucka / Wintersdorf

Ev.-Luth.Kirchgemeinde

Impressum

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Kirche Wintersdorf (Ostthüringen)Evangelisch-Lutherische KircheGeleitwortJubiläen sind geschichtliche Höhepunkte im Leben eines Menschen oder einer Kirchgemeinde: 100 Jahre sind vergangen, seitdem die Wintersdorfer Kirche eingeweiht wurde. Generationen vor uns haben Mühen und Opfer nicht gescheut, um unsere wunderschöne Kirche entstehen zu lassen. Erbe und Überlieferung, Glaube und Verkündigung verschmelzen miteinander. Und die Kirche ist zur sprechenden Zeugin dessen geworden, was Menschen auch vor 100 Jahren bewegt hat: „Friede sei mit euch“, mit diesen Worten werden wir am Kirchenportal empfangen. Maria lauscht den Worten Jesus – ganz aufs Hören kommt es an. Jedes Zeichen und Symbol vertieft die christliche Botschaft: Der Turm ragt wie ein langer Finger in den Himmel, zeigt uns etwas von einer anderen Welt. Die Glocken rufen zu Andacht und Gebet. Die großen Zeiger der Turmuhr erinnern uns daran: „Meine Zeit steht in deinen Händen, Herr“. Kreuz und Altar weisen auf ihn hin, der uns vorangeht und dem wir getrost folgen dürfen. Die Orgel übermittelt den lieblichen Klang einer himmlischen Stimme. So wird unsere Kirche zu einer Predigt und jeder ist eingeladen ihren Worten zu lauschen – sie ist Gestalt gewordene Treue Gottes zu seinen Menschen. Der Erinnerung und dem Dank soll dieses kleine Büchlein Ausdruck verleihen. Mein Dank gilt all jenen, die zur Entstehung dieser kleinen Schrift beigetragen haben.Pfarrer Hans NitzscheWintersdorf, Sommer 2007

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