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Kunstfuhrer

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Die GrundsteinlegungAm 28. August 1806 fand bei herrlichem Wetter die feierliche Grundsteinlegung statt. Die von Klempnermeister Richard Haugk aus Wintersdorf gefertigte und verlötete Zinkkapsel enthielt eine von Pfarrer Kunze verfasste, auf Pergament geschriebene Urkunde, einen vom Architekten Wanckel gezeichneten Grundriss der alten Kirche und einige Münzen aus dem Jahr 1906. Dieser Behälter wurde bei der geplanten Mittelwand des Altarraums von Herrn Steinmetz, Steinmetzmeister in Meuselwitz, in den Grundstein gelegt. Dieser Grundstein ist ein ganz besonderer Stein mit eigener Geschichte. Er befand sich in der Sakristei der alten Kirche, rechts vom Eingang. Vermutlich war er bereits damals als ein geschichtsträchtiger Stein beim Anbau der Sakristei verwendet worden. Seine eingemeißelte gotische Nische wird wohl mit einem durchbrochenen eisernen Türchen versehen gewesen sein und zur Aufbewahrung der Abendmahlsgefäße gedient haben.Die BauphaseAb 8. Juli 1906 fanden die Gottesdienste in einem Raum des Etzoldschen Gasthofes statt, der neben dem Saal lag und durch diesen vergrößert werden konnte. Bei großen Feiern wurde unterhalb der Saalbühne ein Baldachin für den Altar errichtet und mit Kränzen und Girlanden geschmückt. Für Taufen, Trauungen und kleinere Abendmahlsgottesdienste war das freigewordene Schulzimmer in der Kirchschule eingerichtet worden. Während der Bauzeit rief das Geläut der kleinen und der mittleren Glocke von einem provisorischen Glockenhaus auf dem Gottesacker aus die Gemeinde zum Gottesdienst, während die große Glocke in einem Holzverschlag auf dem Kirchplatz untergebracht worden war. Für die Zimmermannsarbeiten des neuen Kirchengebäudes wurden die Meister Emil Jähnig in Gröba und Richard Jähnig in Schnauderhainichen, für die am Turm Arno Ränker in Kriebitzsch beauftragt. Dachdeckerarbeiten übernahmen Theodor Gentsch in Wintersdorf und Adolf Haag in Meuselwitz. Für Steinsockel, Steinstufen und ähnliches war die Firma E. Louis Steinmetz aus Meuselwitz zuständig. Nach der Grundsteinlegung wuchsen die Mauern des Kirchenschiffes und des Turmes rasch, bereits am 14. November 1906 konnte der aus Kupfer gearbeitete Turmknopf von Zimmermeister Ränker und seinen beiden Mitarbeitern aufgesetzt werden. In den Turmknopf wurden eine Zinkbüchse mit einer Urkunde des Ortspfarrers sowie eine Liste mit den Namen der Mitglieder des Kirchenvorstandes, des Schulvorstandes, der LehrerInnen der Parochie, der Gemeinderatsmitglieder und aller bis dahin am Bau Beschäftigten eingelegt. Gleichzeitig montierte Paul Kahnt, Sohn des Schlossermeisters Richard Kahnt aus Wintersdorf den Blitzableiter am Turmhelm und –dach. Am 9. Januar 1907 setzten Schieferdeckermeister Haag und seine Gehilfen nach Eindeckung des Turmhelms die Wetterfahne auf. Nachdem Mitte März die Aufstellung des 1300 kg schweren eisernen Glockenstuhls der Firma Möllnitz & Schiffter, Leipzig, begonnen hatte, läuteten bereits am 24. März, am Palmsonntag, die Glocken zum ersten Male vom neuen ca. 35 m hohen Turm zur Konfirmation. Die Feier fand aber noch nicht in der Kirche statt. Das neue Kirchengebäude erhielt einen hellen Glattputz, der als Schmuck Profilierungen aber auch einige Stuckelemente, vor allem um die kleineren ovalen Fenster, aufweist. Der Westturm trägt über dem Haupteingang auf einem mit zwei stilisierten Lilien verzierten Putzsiegel die Worte „Friede sei mit Euch“. In einer Nische darüber zeigt das Relief, eine Mörtelantragtechnik vom Bildhauer Hans Zeissig (1863-1844) aus Leipzig, Jesu zu Gast bei Maria und Martha („Eins aber ist not.“ Lukas 10, 42). Er schuf 1906 für die Agneskirche Altenburg ähnliche Arbeiten sowie den Sandsteinaltar. Die Haupteingangstür aus Eiche mit den beiden Engelsköpfen (Entwurf A. Wanckel) fertigte Gustav Kühn aus Altenburg, der auch für die dortige Brüderkirche (1905) gearbeitet hatte. Viele Handwerker aus Wintersdorf und Umgebung waren am Bau beteiligt, und es hatten viele Gemeindemitglieder für den Bau gespendet.

Grundriss

"Eins aber ist not" über Haupteingang (Hans Zeissig)



Lucka / Wintersdorf

Ev.-Luth.Kirchgemeinde

Impressum

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Kirche Wintersdorf (Ostthüringen)Evangelisch-Lutherische KircheGeleitwortJubiläen sind geschichtliche Höhepunkte im Leben eines Menschen oder einer Kirchgemeinde: 100 Jahre sind vergangen, seitdem die Wintersdorfer Kirche eingeweiht wurde. Generationen vor uns haben Mühen und Opfer nicht gescheut, um unsere wunderschöne Kirche entstehen zu lassen. Erbe und Überlieferung, Glaube und Verkündigung verschmelzen miteinander. Und die Kirche ist zur sprechenden Zeugin dessen geworden, was Menschen auch vor 100 Jahren bewegt hat: „Friede sei mit euch“, mit diesen Worten werden wir am Kirchenportal empfangen. Maria lauscht den Worten Jesus – ganz aufs Hören kommt es an. Jedes Zeichen und Symbol vertieft die christliche Botschaft: Der Turm ragt wie ein langer Finger in den Himmel, zeigt uns etwas von einer anderen Welt. Die Glocken rufen zu Andacht und Gebet. Die großen Zeiger der Turmuhr erinnern uns daran: „Meine Zeit steht in deinen Händen, Herr“. Kreuz und Altar weisen auf ihn hin, der uns vorangeht und dem wir getrost folgen dürfen. Die Orgel übermittelt den lieblichen Klang einer himmlischen Stimme. So wird unsere Kirche zu einer Predigt und jeder ist eingeladen ihren Worten zu lauschen – sie ist Gestalt gewordene Treue Gottes zu seinen Menschen. Der Erinnerung und dem Dank soll dieses kleine Büchlein Ausdruck verleihen. Mein Dank gilt all jenen, die zur Entstehung dieser kleinen Schrift beigetragen haben.Pfarrer Hans NitzscheWintersdorf, Sommer 2007

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