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Kunstfuhrer

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BaubeschreibungDas Gotteshaus steht am Dorfplatz neben den ältesten Bauerngehöften des Ortes. Baurat Wanckel schreibt, dass er die äußere Gestalt den heimatlichen Formen alter kursächsischer Dorfkirchen angepasst habe. Durch ein schlichtes niedriges Langhaus mit kleinen kapellenartigen Anbauten sowie dem quadratischen, im oberen Teil achteckigen Westturm, mit einer Doppelzwiebel gekrönt, konnte das seit Jahrhunderten vertraute Dorfbild erhalten bleiben. Im Turm befindet sich die quadratische, von einem Kreuzgewölbe überspannte Haupteingangshalle, die mit den beiden Treppenhäusern verbunden ist. Die Eingänge rechts und links vom Turm führen zu den Emporen. Das Kirchenschiff, ein langes Rechteck, ist an drei Seiten mit Emporen versehen. Die Orgel wurde im Turm über der Eingangshalle installiert. Dem Langhaus schließt sich östlich der als halbes Achteck gestaltete Altarraum an. Seitlich davon sind Sakristei und Patronatsstube angebaut. Außer den drei westlichen Eingängen am Dorfplatz führen zwei nördliche Nebeneingänge zum Schiff und separat in das Patronatsstübchen. Das architektonische Hauptgewicht legte Wanckel auf die Ausgestaltung des Innenraums. Da er ländliches Gepräge zum Ausdruck bringen wollte, gab er dem hölzernen Ausbau den Vorrang. Auf rustikalen vierkantigen Holzsäulen ruhen die hölzernen Emporen. An Stelle der Säulenkapitelle sind zwischen Säulen und Emporenbalken doppelt übereinandergelegte Jochhölzer eingefügt. Über den unteren Vierkantsäulen stehen auf der Empore hölzerne Rundsäulen. Diese sind aus Vierkantholz, das im unteren Teil verblieben ist, gedreht. Würfelknaufe wurden ohne Ansatz von Profilleisten herausgeschnitten. Die oberen Säulen tragen die dreimal gebrochene Holzdecke, welche aus einfachen vollkantigen Sparren mit zwischengefügten gestäbten Brettern gebildet ist. Über jeder Säule liegt ein einfaches, vom Zimmermann hergestelltes Holzgesims mit Zahnschnittfries. Die Altenburger Bildhauer Bruno Kröber und Richard Dietze verzierten Jochhölzer und Säulen mit Schnitzereien. Dietze schuf auch die zehn Engelsköpfe aus Lindenholz. Die ländlich-trauliche Raumwirkung wird besonders noch durch die geringen Höhenmaße bedingt. Die Lichthöhe unter und über den Emporen beträgt nur je 3 m, bis zur Oberkante der gebrochenen Decke reichlich 8 m. Der Altarplatz ist durch einen weiträumigen Triumphbogen vom Schiff getrennt. Wintersdorfer Tischler (Seyffert, Meyer, Hennig) fertigten das Gestühl an. Das Kirchenschiff und der Altarraum Betritt man das Gotteshaus, in dem etwa 600 Besucher Platz finden, ist man beeindruckt von der harmonischen Innenraumgestaltung. Der Blick wird durch die Farbwirkung unmittelbar auf den stimmungsvollen Altarraum gelenkt. Das Stichkappengewölbe im Altarraum ist mit symbolischem Rankenwerk (u.a. Rosen, Passionsblumen), dem glänzende bunte Glassteine als Blüten eingefügt sind, bemalt und erinnert an eine spätgotische „Himmelswiese“. Über einem Holzsockel erhielt der Altarraum eine dezent farbig schablonierte Gewebebespannung. Die oberen Pfeiler zwischen den Fenstern zeigen gemalten „Bauernmarmor“. Die Firma Ernst Loessnitz aus Zeitz führte sämtliche Malerarbeiten incl. Der Bilder an den Emporen aus. Die Emporenbrüstung trägt als Schmuck in Graumanier gemalte biblische sowie kirchengeschichtliche Bilder und Sprüche. Den schiffseitigen Chorbogen ziert ein vergoldetes zwei Meter großes spätgotisches Kruzifix (vor 1500), das noch aus der alten Kirche stammt. 1987 restaurierte Dieter Neudeck detailgetreu die aufwendigen Malereien im Altarraum. Der AltarDer Altar aus Eiche mit symbolischen Flachschnitzereien, die Ähren und Wein zeigen, trägt ein großes Kreuz, dessen Corpus, aus Lindenholz geschnitzt, original ungefärbt war. Zu Füßen des Gekreuzigten steht, golden aufgemalt das Zeichen für PaX (= Frieden) und seitlich im Relief wird jeweils ein betender Engel dargestellt. Darunter kann man zu beiden Seiten des Kreuzes lesen: „SIEHE DAS IST GOTTES LAMM“, und „DAS DER WELT SÜNDEN TRÄGT“. Der Leipziger Bildhauer Hans Zeissig entwarf das Modell für den Altar, das von Gustav Kühn, Altenburg, ausgeführt wurde.

Emporensäule und Engelskopf

Blick in den Altarraum



Lucka / Wintersdorf

Ev.-Luth.Kirchgemeinde

Impressum

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Kirche Wintersdorf (Ostthüringen)Evangelisch-Lutherische KircheGeleitwortJubiläen sind geschichtliche Höhepunkte im Leben eines Menschen oder einer Kirchgemeinde: 100 Jahre sind vergangen, seitdem die Wintersdorfer Kirche eingeweiht wurde. Generationen vor uns haben Mühen und Opfer nicht gescheut, um unsere wunderschöne Kirche entstehen zu lassen. Erbe und Überlieferung, Glaube und Verkündigung verschmelzen miteinander. Und die Kirche ist zur sprechenden Zeugin dessen geworden, was Menschen auch vor 100 Jahren bewegt hat: „Friede sei mit euch“, mit diesen Worten werden wir am Kirchenportal empfangen. Maria lauscht den Worten Jesus – ganz aufs Hören kommt es an. Jedes Zeichen und Symbol vertieft die christliche Botschaft: Der Turm ragt wie ein langer Finger in den Himmel, zeigt uns etwas von einer anderen Welt. Die Glocken rufen zu Andacht und Gebet. Die großen Zeiger der Turmuhr erinnern uns daran: „Meine Zeit steht in deinen Händen, Herr“. Kreuz und Altar weisen auf ihn hin, der uns vorangeht und dem wir getrost folgen dürfen. Die Orgel übermittelt den lieblichen Klang einer himmlischen Stimme. So wird unsere Kirche zu einer Predigt und jeder ist eingeladen ihren Worten zu lauschen – sie ist Gestalt gewordene Treue Gottes zu seinen Menschen. Der Erinnerung und dem Dank soll dieses kleine Büchlein Ausdruck verleihen. Mein Dank gilt all jenen, die zur Entstehung dieser kleinen Schrift beigetragen haben.Pfarrer Hans NitzscheWintersdorf, Sommer 2007

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