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Kunstfuhrer

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Die TurmuhrDie von der Firma Max Hahn in Zwickau gefertigte Turmuhr wurde von Frau Pogert aus Kassel gestiftet. Die Uhr verfügt über ein Viertel- und Vollschlagwerk, wobei dem letzteren ein drittes Schlagwerk zugeordnet ist, das einen Doppelschlag zu den vollen Stunden ermöglicht. Das Gehwerk ist mit einer Graham-Hemmung ausgestattet, die eine Ganggenauigkeit gewährleistet, die auch den heutigen Anforderungen genügt.Das ehemalige Altarbild aus der alten Kirche1886 kamen Kirchenvorstand und Erben von Zimmermeister Gottfried Beer überein, für dessen Legat das Gemälde „Beweinung Christi“ (Dresdner Gemäldegalerie) von Julius Wilhelm Louis Rotermund (1826-1859) als Altarbild für die (alte) Wintersdorfer Kirche kopieren zu lassen. Hofrat Dr. Ludwig Nieper (1826-1906), Direktor der Kunstakademie Leipzig, der u.a. auch das Altarbild in der Kirche von Ostrau-Zschochau bei Döbeln „Christus am Ölberg“ schuf, wurde damit beauftragt. Das Wintersdorfer Altarbild wurde 1887 aufgestellt. Der Maler des Originals, Rotermund, war Schüler von Carl Christian Vogel von Vogelstein (1788-1868), Julius Hübner (1806-1882) und Julius Schnorr von Carolsfeld (1794-1872) sowie Atelierschüler von Historienmaler Prof. Eduard Bendemann (1811-1889) gewesen. Nach dem frühen Tod Rotermunds (1859) wurde sein Bild „Beweinung Christi“ von E. Bendemann vollendet.Die Einweihung der neuen KircheAm Einweihungsgottesdienst, am sonnigen 29. September 1907, nahmen in Vertretung für den Herzog als Patronatsherrn der Staatsminister von Borries, sowie Staatsrat Freiherr von Hardenberg, Baurat Wanckel, Kirchenrat, Vertreter des Landrats, der Pfarrer Armin Basedow (in Wintersdorf 1898-1905) u.v.a. teil. Unter Glockengeläut erreichte der Festzug das Gotteshaus. Hier übergab der Baumeister den Kirchenschlüssel an den Vertreter des Patronatsherrn, der ihn an den Ortspfarrer weiterreichte. Pfarrer Kunze hielt den Festgottesdienst. Für die neue Kirche hatte Herzog Ernst I. eine Altarbibel mit Widmung, eine silberne Taufschale und eine silberne Taufkanne gestiftet; Frau Sander, Wintersdorf, ein Bild der alten Kirche in Gobelinstickereien; Monika Heyne, Wintersdorf, eine von indischen Missionsschülerinnen in Silberstickerei gearbeitete Taufsteindecke u.v.a. Die Stiftungen und Legate ergaben einen Gesamtwert von über elftausend Mark. Die SchlusssteinlegungBaurat Alfred Wanckel hatte seinen Kostenvoranschlag für den Kirchenbau eingehalten und dabei zusätzlich das nötig gebrauchte Remisengebäude ausgeführt. Da der Kirchgemeinde ein Zuschuss aus Staatsmitteln bewilligt worden war, verminderte sich die Bauschuld wesentlich. Nachdem die Baurechnung genehmigt und noch einige Arbeiten erledigt worden waren, erfolgte am 15. Dezember 1908 die Schlusssteinlegung. In Anwesenheit des Kirchenvorstandes, von Baurat Wanckel, einigen Handwerksmeistern u.a. wurden Schriftstücke und Gegenstände unter Assistenz von Zigarrenfabrikant Müller und Getreidehändler Winkler in einen Dokumentenkasten eingelegt, verlötet und schließlich unter dem Schlussstein vor den Altarstufen vermauert.Alfred Hermann Wanckel, Architekt und Bauleiter der Wintersdorfer KircheEr wurde am 12.9.1855 in Hammelburg/Saale geboren. Nach ausgezeichnet bestandener 1. Staatsprüfung arbeitete er bei Kyllmann und Heyden, Berlin und bei Stadtbaudirektor Licht, Erbauer des Leipziger Neuen Rathauses. Nach der 2. Staatsprüfung war er im Königlich Sächsischen Staatshochbauwesen tätig, ab 1889 als Landbauinspektor. Zwei Jahre später wurde er als Baudirektor in Sachsen-Altenburger Ministerium berufen, wo er 30 Jahre bis 1921 wirkte. Er entwarf in dieser Zeit u.a. Bauten in Altenburg: das Ministerium (heutiges Landratsamt), das Mauritianum, den Bismarckturm, die Herzogin-Agnes-Gedächtniskirche; des Weiteren schuf er Kirchenneubauten und -erneuerungen in Hummelshain, Nöbdenitz, Lohma/L. Umbauten rühren von ihm her u.a. in Dobitschen, Dobraschütz, Flemmingen, Frohnsdorf, Gieba, Göllnitz, Gößnitz, Mehna, Neuenmörbitz, Posterstein, Stünzhain, Saara, Treben. Nach 1921 berief ihn der Landeskirchenrat in Eisenach zum Kunst- und Bauwart für ca. 1500 Kirchen und 800 Pfarrhäuser in Thüringen. Wegen seines Engagements sollte ihm die Würde eines „Doctor theol. honoris causa“ verliehen werden, leider vereitelte der Tod am 9. August 1925 diese berechtigte Ehrung.

"Beweinung Christi", Kopie von L. Nieper (nach W. L. Rotermund, 1859)



Lucka / Wintersdorf

Ev.-Luth.Kirchgemeinde

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Kirche Wintersdorf (Ostthüringen)Evangelisch-Lutherische KircheGeleitwortJubiläen sind geschichtliche Höhepunkte im Leben eines Menschen oder einer Kirchgemeinde: 100 Jahre sind vergangen, seitdem die Wintersdorfer Kirche eingeweiht wurde. Generationen vor uns haben Mühen und Opfer nicht gescheut, um unsere wunderschöne Kirche entstehen zu lassen. Erbe und Überlieferung, Glaube und Verkündigung verschmelzen miteinander. Und die Kirche ist zur sprechenden Zeugin dessen geworden, was Menschen auch vor 100 Jahren bewegt hat: „Friede sei mit euch“, mit diesen Worten werden wir am Kirchenportal empfangen. Maria lauscht den Worten Jesus – ganz aufs Hören kommt es an. Jedes Zeichen und Symbol vertieft die christliche Botschaft: Der Turm ragt wie ein langer Finger in den Himmel, zeigt uns etwas von einer anderen Welt. Die Glocken rufen zu Andacht und Gebet. Die großen Zeiger der Turmuhr erinnern uns daran: „Meine Zeit steht in deinen Händen, Herr“. Kreuz und Altar weisen auf ihn hin, der uns vorangeht und dem wir getrost folgen dürfen. Die Orgel übermittelt den lieblichen Klang einer himmlischen Stimme. So wird unsere Kirche zu einer Predigt und jeder ist eingeladen ihren Worten zu lauschen – sie ist Gestalt gewordene Treue Gottes zu seinen Menschen. Der Erinnerung und dem Dank soll dieses kleine Büchlein Ausdruck verleihen. Mein Dank gilt all jenen, die zur Entstehung dieser kleinen Schrift beigetragen haben.Pfarrer Hans NitzscheWintersdorf, Sommer 2007

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